Autor: Roland Brand
Ich hatte mir vorgenommen nach den Problemen mit der Kupplung mein Auto wieder mehr zu bewegen. Das klappt mehr oder weniger gut. Mein Gefühl sagt mir, daß sich das Auto darüber freut, andererseits erhöht es aber auch die Chance für Schäden. Und genau das ist bei einer der letzten Bewegungsfahrten passiert. Ich fahre friedlich meine Runde, als es plötzlich einen Schlag gibt und eine Alarmsirene losplärrt. Nach dem Anhalten habe ich als erstes unterm Auto nach Pfützen von Betriebsflüssigkeiten gesucht. Dabei fiel mir das Problem schnell ins Auge: einer der beiden Keilriemen zur Motorkühlung war gerissen, hat beim Wegfliegen den zweiten Keilriemen von den Riemenscheiben geschlagen und einen Keilriemen zum Luftpresser verdreht. Da die Riemen der Kühlung bei Verlust keine Kontrolleuchten auslösen, hat Deutz an die Spannrolle eine Sirene gekoppelt, die anschlägt, sobald die Spannrolle entlastet wird. Ich wollte dann den zweiten Riemen wieder aufziehen um die letzten 30km bis zuhause noch fahren zu können. Wie es der Zufall wollte, sah ein Arbeitskollege mich am Straßenrand stehen und half mir bei der Notreparatur. Vielen Dank dafür. Die Strecke zurück hab ich auch geschafft, das hat aber dem verdrehten Riemen den Rest gegeben. Nach einer Sichtprüfung aller Riemen hab ich dann beschlossen sie alle zu tauschen. An dieser Stelle ist ein Salut für die alten Bedienungsanleitungen angebracht. Dort sind noch viele Wartungsarbeiten beschrieben, bei denen es in modernen Anleitungen nur heißt: "Suchen Sie die nächste Werkstatt auf". Das Auto hat 5 Keilriemen: einen zum Generator, 2 zum Luftpresser, und 2 zum Ventilator der Motorkühlung. Und für alle sind Laufweg und Spannvorrichtung genau beschrieben. Es war Fummelarbeit, aber nach 2 Stunden hatte ich das fertig ohne das Fahrerhaus hochklappen zu müssen. Die nächste Fahrt lief dann wieder ohne Probleme.
Es gibt auch Alterungserscheinungen nach nunmehr 40 Jahren. Das Kupplungspedal kommt, wenn es kalt ist und das Auto lange gestanden hat, nicht mehr oder erst nach Verzögerung in die Ausgangsstellung zurück. Die vom Werk angebrachten Federn sind nur ein Kraftausgleich, damit das Pedal nicht zu schwer zu treten ist. Ich habe viel überlegt ob ich die Federn in der Aufhängung verändern kann um dem Pedal bei der Rückstellung zu helfen, aber am Ende habe ich mich für eine zusätzliche Feder entschieden, die diesen Job übernimmt. Neben dem Pedalhebel ist ein Halter angebracht, an dem ich die Feder aufhängen kann. Nun muß ich noch eine von pasender Länge, Härte und Auslängung finden, und dann gibt es noch das Problem wie man das alles zusammenbaut, damit es auch wie gewünscht funktioniert. Die Feder hab ich dann im Baumarkt gefunden, und der Einbau war auch kein Problem, wenn man auf eine feste Verbindung zwischen Feder und Pedal verzichtet. Das hat auch den angenehmen Nebeneffekt, daß man nicht so viel Federweg braucht. Das Pedal braucht bei durchgetreten nur einen kleinen Schubs um wieder hochzukommen. Eine genaue Justage muß ich dann im nächsten Winter vornehmen.
Ich muß an dieser Stelle auch noch mal ein paar Worte zu etwas verlieren, was nicht direkt mit meinem Auto zu tun hat, nämlich die Unterbringung. Vor ein paar Jahren hab ich endlich eine vernünftige Unterkunft gefunden in Form einer Scheune. Dort hab ich Platz genug für das Auto, Lagerfläche für Ersatz- und Ausbauteile und für Werkbänke. Einziger Nachteil ist, daß ich vertraglich verpflichtet bin keinen Funkenflug zu verursachen. Aber für solche Arbeiten kann ich bei gutem Wetter den Vorplatz nutzen. Inzwischen hab ich eine ganz gute Vorratshaltung an Teilen und Werkzeugen, was darin gipfelte, daß ich auf meinem Laptop ein Datenbanksystem dafür habe um die Übersicht nicht zu verlieren und rechtzeitig daran erinnert zu werden die Kleinteile wieder aufzufüllen. Außerdem bin ich zum Jäger und Sammler geworden. Es finden sich immer Dinge, die andere wegwerfen und die ich, wenn auch nicht immer sofort, für Reparaturen oder Ausbau gebrauchen kann. Als Beispiel dafür würde ich den Halter für den Weitwinkelspiegel auf der rechten Seite beschreiben. Dieser war in seinem ersten Leben Teil des Griffs eines Rasenmähers.
Und dann ging das Jahr wieder unaufhaltsam Richtung TÜV-Termin. Also das Auto geprüft, alle Lampen durchgeschaltet und eine abschließende Probe- und Bewegungsfahrt gemacht. Und es kam, wie es kommen mußte. Nach ein paar Kilometern strahlte mich auf einmal die Kontrolleuchte der Längssperre an, was bedeutet die Sperre ist eingelegt, und ich darf keine scharfen Kurven mehr fahren, sonst wird der Antriebsstrang beschädigt. Ich habe mir eine Haltemöglichkeit gesucht und alles überprüft, konnte aber keinen Fehler feststellen. Daraufhin bin ich vorsichtig zurückgefahren und hab ich der Scheune ein Vorderrad hochgehoben und die ganze Sache eingehend untersucht. Am Ende stellte sich heraus, daß der Schalter für die Kontrolleuchte kaputt ist. Das ist zum Glück der leichtest mögliche Schaden. Aber erstmal muß ich schließlich davon ausgehen, daß die Kontrolleuchte die Wahrheit sagt. An dieser Stelle sagte mir ein Blick ins Internet, daß es wieder das übliche Problem mit der Ersatzteilversorgung gibt, nämlich Ersatzteilversorgung nicht vorhanden. Es gibt zwar ein Ersatzmodell für den Schalter, aber 1. ist das ein Schließer statt ein Öffner und 2. gibt es den auch schon nicht mehr zu kaufen. Der Fluch der 40 Jahre. Also hab ich einen wasserfesten Mikroschalter gekauft und muß mir jetzt eine Halterung und eine Betätigung überlegen. Der Mikroschalter hat gleichzeitig eine Öffner- und eine Schließerfunktion, was die ganze Sache elektrisch einfacher macht.Die Betätigung werde ich wohl mit einer Feder an den Betätigungshebel anbauen, an dem auch der Schaltzylinder ansetzt.
Zum ersten Mal seit langem habe ich auch mal wieder was für den Ausbau getan, zumindest fällt das für mich in diese Kategorie. Ich habe mir ein Klapprad gekauft, sozusagen als Beiboot. Es gibt immer Gelegenheiten, wo ich nicht unbedingt mit dem großen Auto hin kann oder kleinere Erledigungen anders erledigen muß. Das ist nunmal kein Auto zum Brötchen holen, und an der Stelle kommt dann das Klapprad ins Spiel. Klapprad deswegen, weil ich es nicht Außen am Auto unterbringen kann und will. Es bekommt hinten im Inneren noch eine Halterung und dort kann es dann wettergeschützt mitreisen. Beim Kauf war mir wichtig, daß es keine Elektrounterstützung hat, weil ich doch auch mal längere Zeit nicht mit ihm fahren werde und ich mich nicht ständig um die Akkupflege kümmern will. Ein solches Rad zu finden war nicht so ganz einfach und nach dem Kauf mußte ich feststellen, daß es doch etwas batteriebetriebenes an diesem Rad gab: das Rücklicht. Dieses hab ich dann auf ein normales ohne Batterie umgebaut und an den Narbendynamo des Vorderrads angeschlossen. Zusätzlich habe ich es noch mit einem Schloß und einem Befestigungsgurt für den Gepäckträger versehen. Außerdem habe ich eine Schaltung und Bremsenkonfiguration wie bei meinem Hauptfahrrad zuhause um mich im Bedarfsfalle nicht erst umgewöhnen zu müssen. Es löst damit den Roller ab, den ich mir vor Jahren mal gekauft habe. Fahrrad ist doch viel bequemer. Der Roller hat eine neue Heimat in meinem PKW gefunden. Er wird z.B. benutzt, wenn ich den PKW irgendwo weiter weg abstellen muß.
Die ersten Verschleißprobleme bei der Ausstattung sind inzwischen auch da. Die Campingstühle, die ich zu Beginn mal gekauft habe, sind mittlerweile in einem Zustand, der nach Austausch ruft. Also habe ich in 3 neue Stühle investiert und den vom Zustand her besten der alten noch behalten, d.h. ich kann jetzt 4 Stühle an meinen Tisch stellen. Das sieht auch viel besser aus. Vor ein paar Jahren hatte ich mir schon einen größeren und höheren Tisch gekauft, als in dem ursprünglichen Set drin war. Nun habe ich einen richtigen Esstisch mit Beistelltisch und Stühlen dazu. Nach und nach wird meine Ausstattung immer besser. Die aussortierten Stühle nutze ich noch in meiner Scheune um nicht welche von meinem Auto zu nehmen und danach zu vergessen sie zurückzustellen. Auch soetwas ist mir schon passiert. Hier dürfen sie noch ihren Dienst tun bis sie endgültig zusammenbrechen. Es ist auch ganz schön sich bei der Arbeit zwischendurch mal hinsetzen zu können und Pause zu machen.
Als weiteres neues Ausstattungsmerkmal für meine Scheune, man sieht es im Hintergrund auf dem Sitzgruppenfoto, habe ich auf der Arbeit eine Holzkiste vor der Verschrottung retten können. Diese diente mir früher bei Außenterminen als Büro und auch in der Scheune wird sie wieder dafür verwendet. Dort sind neben allerlei Büroartikeln Listen über meinen Teilelagerbestand drin. Die oben erwähnte Datenbank ist gut, schön und wichtig, aber ich habe nicht immer meinen Laptop dabei, wenn ich in der Scheune bin. Dann greife ich gerne auf diese analoge Buchführung zurück. Der Deckel ist im heruntergeklappten Zustand die Schreibfläche. Sehr praktisch, wenn ich mir Zeichnungen für meine Bastelarbeiten mitbringe oder an Bemaßungen von Zeichnungen arbeite.
Hier stehen leider wieder nur Tagesfahrten zu Buche. Mein mehrfach geplanter Urlaub in Bayern mußte leider jedesmal wegen persönlicher Umstände ausfallen. Zusätzlich tragen die hohen Dieselpreise aktuell dazu bei, daß ich mir genau überlege ob und wieviel ich fahre. Dennoch werde ich das Auto immer wieder mal bewegen, denn Standschäden sind teurer als der Sprit und dauern auch länger. Diese Erfahrung mußte ich in den letzten Jahren mehrfach machen. Man merkt dem Auto auch an, daß es, wenn es mal gefahren wird, mindestens 50-80km Strecke läuft. LKW sind auf Langstrecke ausgelegt und die Fahrten bei der Feuerwehr oder dem THW sind eher Kurzstrecke. Das macht sich nach einiger Zeit dann durch unwilliges Verhalten besonders im kalten Zustand bemerkbar. Auch ich hatte anfangs damit zu kämpfen, mittlerweile ist das kein Thema mehr. Und letzendlich zählt auch der Fahrspaß und wie ich auch schon mal erwähnte: an ein Hobby darf man nicht mit rationalen Überlegungen herangehen, sonst läßt man es gleich bleiben.
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